Featured

Dauerbrenner: Küken richtig transportieren

Beim Transport von Eintagsküken zur Impfung ist Sorgfalt entscheidend – die Tiere sind extrem empfindlich. Eintagsküken können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Stress, Kälte, Hitze oder Sauerstoffmangel wirken sich sofort negativ aus – bis hin zu Verlusten oder geschwächtem Immunsystem (und ein geschwächtes Immunsystem beeinträchtigt natürlich den Impferfolg).

Während der ersten 72 Lebensstunden können Küken ohne Futter und Wasser transportiert werden. Sie zehren vom Dottersack. Bis zu 24 Std. Transportdauer sind zulässig, idealerweise sollten die Küken aber weniger als 6 Stunden unterwegs sein.

Es sollte selbstverständlich sein, dass die Transportbehältnisse sauber und hygienisch sind.

Auch beim Transport muss die Temperatur im Kükenbereich zwischen 32 und 35°C liegen. Es darf weder Zugluft noch einen Hitzestau geben. Die Küken selbst produzieren einiges an Wärme. In einer an die Zahl der Küken angepassten Box mit Einstreu und Luftlöchern ist keine zusätzliche Wärmequelle nötig. Die Kisten sollten allerdings nicht zu hoch sein (Wärme steigt nach oben). Eine dicke Schicht Einstreu (z.B. Hobelspäne oder Heu) sorgt für Isolierung nach unten.

Mindestens ebenso wichtig wie Wärme ist aber genügend Frischluft! Luftlöcher dürfen nicht verdeckt werden, wenn Kisten über- oder nebeneinander gestellt werden. Die Küken ersticken sonst! Das geht relativ schnell bei dem begrenzten Luftvolumen in der Kiste.

Zu den Impfterminen sehen wir in jedem Jahr neben den vielen sehr sorgfältig transportierten Küken leider immer wieder auch ungeeignete Transportbehälter. Katzentransportboxen bieten zwar viel Frischluft, sind aber zu kalt. Plastikkisten mit Deckel sind zwar gut zu reinigen, ohne reichlich Einstreu und Luftlöcher aber ungeeignet. Styroporboxen haben eine gute Wärmeisolierung und mit Luftlöchern können sie geeignet sein - wenn sie nicht zu hoch sind. Dann kann es auf Höhe der Küken trotzdem zu kalt sein.

Es gibt spezielle Kartons für den Transport von Küken (Internetsuche nach "Kükenkarton"). Wenn nur eigene Küken transportiert werden und die Einstreu gewechselt wird, kann man diese Kartons jahrelang verwenden. 

Transportboxen für Küken sind relativ flach, damit die Wärme bei den Küken bleibt.
Heu eignet sich gut als Einstreu.
Hier ist wenig Einstreu zu sehen, aber unter dem Handtuch ist weitere Isolierung. Der Deckel muss unbedingt Luftlöcher haben! Ruhiger bleiben Küken allerdings in dunklen Boxen - sie haben dann etwas weniger Stress.
Ein Ring aus Pappe verhindert, dass Küken von den Geschwistern in die Ecke gedrückt werden.
gute Isolierung auch an den Seiten - oben ist noch ein Luftloch erkennbar.
Kleiner Transportkarton für Küken. Diese 18 Küken haben noch ausreichend Platz.
Solche Kartons haben Abstandshalter, damit die Luftlöcher nicht verdeckt werden.